Hallux valgus
In fortgeschrittenen Fällen ist jedoch oft nur eine operative Korrektur möglich. Bezüglich des Hallux valgus gibt es einen große Anzahl an möglichen Korrekturoperationen.

Die Auswahl des Verfahrens hängt einerseits vom Grad der Fehlstellung, andererseits von der Abnützung (Arthrose) des Großzehengrundgelenkes ab. Generell bevorzugt man heutzutage eine echte Korrektur der Fehlstellung bei der man das Gelenk nach Möglichkeit erhält. Dies ist vor allem bei jüngeren oder aktiven Patienten angezeigt, die die volle Belastbarkeit des Großzehengrundgelenkes benötigen.

Zu diesem Zweck wird der nach innen gespreizte erste Mittelfußknochen mit einer Säge V-förmig durchschnitten und in seine ursprüngliche Position verschoben. Überstehende Anteile werden entfernt.

Da es sich bei der Operation um eine Osteotomie (Knochendurchtrennung) handelt, muss diese Knochendurchtrennung oft mit einem Bohrdraht oder einer Schraube stabilisiert werden.

Der Bohrdraht muss nach der Knochenheilung entfernt werden, Schrauben können mitunter belassen werden. Der Patient darf den Fuß zwar sofort nach der Operation belasten, muss aber bis zur Verheilung des Knochens einen Spezialschuh mit einer steifen Sohle tragen.

Wenn nur die Frostbeule ohne Fehlstellung des ersten Mittelfußknochens im Vordergrund steht, genügt oft eine Abmeißelung oder Abfräsung dieses vorstehenden Knochenstückes.

Die Derotationsosteotomie stellt eine weitere Möglichkeit zur operativen Behandlung des Hallux valgus dar. Dabei wird der erste Mittelfußknochen schräg durchtrennt und die dabei entstehenden Knochenenden gegen einander im korrigierenden Sinn verdreht werden. Dadurch kommt es zu einer Korrektur sämtlicher Fehlstellungskomponenten und damit zu einer Normalisierung der Großzehenstellung. Die wieder gewonnene Begradigung wird mit einer kleinen Winkelplatte stabilisiert. Dieser Eingriff ist sehr erfolgreich in Folge seiner umfassenden Korrekturmöglichkeit bei erhaltener Gelenksmechanik.

Prinzipiell können alle diese Operationen in lokaler oder Leitungsanästhesie durchgeführt werden. Die Operationen sind zumeist mit einem kurzen Spitalsaufenthalt von ein bis drei Tagen verbunden, wobei die Eingriffe in manchen Fällen prinzipiell auch ambulant durchgeführt werden können.

Postoperativ können zwar Schmerzen und Schwellungen auftreten, die jedoch mit geeigneten Medikamenten und Bandagen rasch gelindert werden. Generell ist zu sagen, dass diese Korrekturen eher früher durchgeführt werden sollten, weil bei geringer Fehlstellung bessere Ergebnisse zu erwarten sind.